Mittlerweile macht sie etwas ganz anderes: So sieht die “GZSZ”-Darstellerin von Tanja Seefeld heute aus

Als sie 2010 in den Kolle-Kiez kam, war sie die rebellische Tochter von Maren Seefeld – heute steht Senta-Sofia Delliponti beruflich und privat an einem ganz anderen Punkt im Leben. Drei Jahre lang prĂ€gte sie als Tanja Seefeld das Geschehen bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, bevor ihre Rolle nach Australien auswanderte und die Schauspielerin der Daily den RĂŒcken kehrte. Inzwischen sorgt ihr Name vor allem in einem ganz anderen Kontext fĂŒr Aufmerksamkeit: unter ihrem KĂŒnstlernamen Oonagh ist sie als SĂ€ngerin lĂ€ngst eine feste GrĂ¶ĂŸe in der deutschen Musiklandschaft. Doch der Weg dahin war alles andere als gradlinig – und hat die einstige Soap-Rebellin tiefgreifend verĂ€ndert.

Vom Daily-Soap-Fließband zur kĂŒnstlerischen Freiheit: Warum sie GZSZ wirklich verlassen hat 🎭

RĂŒckblickend spricht Senta-Sofia Delliponti erstaunlich offen darĂŒber, wie sehr sie die Arbeit im tĂ€glichen Serienbetrieb zermĂŒrbt hat. „Das geht in einer Soap nicht so richtig, da wird alles abgearbeitet wie am Fließband“, sagt sie ĂŒber den Arbeitsrhythmus am Set. Was fĂŒr viele nach Glanz, Promi-Status und Sicherheit klingt, fĂŒhlte sich fĂŒr sie zunehmend wie ein Hamsterrad an. Tag fĂŒr Tag gab sie Tanja ihre Emotionen – und merkte kaum, wie sehr die Figur in ihr eigenes Leben hineinwuchs. Sie habe die Rolle „mit nach Hause genommen“, erzĂ€hlt sie, und widerspricht damit der gern zitierten Behauptung vieler Kolleginnen und Kollegen, man könne nach Drehschluss einfach abschalten.

Mit Anfang 20 stellte sie sich existenzielle Fragen: Will ich das wirklich mein Leben lang machen? Ist Geld so wichtig – oder verliere ich mich selbst dabei? Die Entscheidung, GZSZ zu verlassen, fiel nicht aus einer Laune heraus, sondern aus einem inneren Notstand. Sie beschreibt diese Phase als „Tief“, in dem sie nicht mehr wusste, wohin sie wollte, und sich von Tempo, Erwartungsdruck und öffentlicher Aufmerksamkeit schlicht ĂŒberfordert fĂŒhlte. In dem Moment, in dem die Serien-TĂŒr zuging, öffnete sich eine andere – hin zu einem kĂŒnstlerischeren, aber auch riskanteren Weg.

Neustart als Oonagh: Wie aus der Serienrebellin eine erfolgreiche Musikerin wurdeÂ đŸŽ”

Die, die sie heute nur als Oonagh kennen, ahnen oft nicht, wie stark ihre Zeit bei GZSZ sie zu diesem Neuanfang getrieben hat. Nach dem Ausstieg nahm sich Senta-Sofia Delliponti bewusst eine lĂ€ngere Auszeit, sortierte ihr Leben und suchte nach einem Ausdruck, der nĂ€her an ihrem Inneren liegt als das schnelle Soap-ErzĂ€hlen. 2014 prĂ€sentierte sie schließlich ihre neue IdentitĂ€t: Oonagh – ein Projekt zwischen Pop, Folk, mystischen Klangwelten und starken Frauenfiguren, inspiriert von Sagen, Naturbildern und Fantasiewelten.

Mit ihrem neuen Namen zog sie auch einen klaren Strich unter das alte Image. Aus der etwas chaotischen, impulsiven Tanja Seefeld wurde eine KĂŒnstlerin, die Kontrolle ĂŒber ihre Geschichten zurĂŒckhaben wollte – ĂŒber Texte, BĂŒhnenbild, Sound, Auftritte. Statt am Set Dialoge zu sprechen, die andere geschrieben haben, erzĂ€hlte sie nun selbst; statt im Drehplan Takt zu laufen, bestimmte sie ihr Tempo gemeinsam mit ihrem musikalischen Team. Dass dieser Schritt funktionierte, beweisen ihre Erfolge: Oonagh erreichte mit mehreren Alben ein großes Publikum, erhielt Auszeichnungen und baute sich ein eigenes, treues Fanlager auf. Ihr Weg zeigt, was passieren kann, wenn eine Serienkarriere nicht zum Endpunkt, sondern zum Startschuss fĂŒr etwas Eigenes wird.

„Ich habe mich da nicht sehr wohl gefĂŒhlt“: Die Schattenseite des Daily-Ruhms đŸŒȘ

Besonders eindrĂŒcklich ist, mit welcher Klarheit Senta-Sofia Delliponti heute ĂŒber die Schattenseiten des Serienerfolgs spricht. Sie sagt offen: „Ich habe mich da nicht sehr wohl gefĂŒhlt.“ Damit meint sie nicht einzelne Kolleginnen oder Kollegen, sondern eine Struktur, in der GefĂŒhle im Akkord produziert werden mĂŒssen. TĂ€glich starke Emotionen spielen, Drama auf Drama – und dann nach Drehschluss wieder „normal“ sein: FĂŒr sie war das eine Illusion. Die Grenzen zwischen Rolle und Persönlichkeit verschwammen, der innere Akku lief leer.

Ihre Worte sind beinahe eine leise Abrechnung mit einem System, das auf Tempo und Quote optimiert ist: Geschichten werden in hoher Taktung „abgearbeitet“, wie sie es nennt, fĂŒr Reflektion bleibt wenig Raum. Der Druck, dauerhaft zu funktionieren, trifft dabei besonders junge Schauspielerinnen, die noch dabei sind, sich selbst zu finden. Im RĂŒckblick wirkt ihr Ausstieg wie eine konsequente Selbstschutzmaßnahme – eine, die Mut verlangt hat, weil sie damit einen sicheren, gut bezahlten Job zugunsten eines unsicheren kĂŒnstlerischen Traums aufgab. Dass sie heute, Jahre spĂ€ter, ĂŒber diese Entscheidung nicht verbittert, sondern sortiert und reflektiert spricht, verleiht ihrer Geschichte eine besondere Tiefe.

Wie sie heute lebt – und was ihre GeschichteÂ ĂŒber das Leben nach der Soap erzĂ€hlt ✹

„Mittlerweile macht sie etwas ganz anderes“ – der Satz, mit dem viele Überschriften ĂŒber Senta-Sofia Delliponti beginnen, trifft den Kern dennoch nur halb. Ja, sie steht heute nicht mehr im GZSZ-Hof, sondern auf KonzertbĂŒhnen. Ja, sie ist nicht mehr Tanja Seefeld, sondern Oonagh. Aber unter der OberflĂ€che erzĂ€hlt ihr Weg vor allem von Selbstbestimmung: von einer jungen Frau, die den Mut hatte, eine komfortable Rolle zu verlassen, um die eigene Stimme zu finden.

Wer sie heute sieht, erkennt sie auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr als den Serien-Teenager von damals. Ihr Stil ist erwachsener, ihre Ausstrahlung ruhiger, konzentrierter, gleichzeitig kĂŒnstlerischer. Doch in Interviews blitzt immer wieder jene Energie auf, die schon Tanja Seefeld so besonders gemacht hat: ein gewisser Eigensinn, eine Weigerung, sich dauerhaft in ein System zu fĂŒgen, das sich nicht richtig anfĂŒhlt. FĂŒr viele ehemalige Soap-Stars endet die große Zeit mit dem Serienaus – bei ihr begann sie dort erst richtig.

Ihre Geschichte ist damit mehr als nur eine nostalgische „So sieht sie heute aus“-Anekdote. Sie ist eine Blaupause dafĂŒr, wie ein frĂŒher TV-Erfolg eben nicht zur Schublade werden muss, in der man ein Leben lang steckt. FĂŒr Fans der Serie ist es ein Wiedersehen unter neuen Vorzeichen: Die einstige GZSZ-Troublemakerin ist heute eine KĂŒnstlerin, die genau weiß, was sie will – und die zeigt, dass der mutige Schritt weg vom Fließband der Daily Soap der Beginn eines selbstbestimmten, kreativen Lebens sein kann.

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